Agrarsoziale Gesellschaft e.V.

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Machbarkeitsstudie Service-Zentrale Südniedersachsen

Gefördert durchEU (LEADER+) und
Arbeitsamt Göttingen


Bearbeitung


Dipl.-Ing. agr. Ines Fahning
Offke Schmidt, Politologin M.A.


Stand


abgeschlossen
 

Zielsetzung

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurde geprüft, ob der Aufbau einer Service-Zentrale für hauswirtschaftliche Dienstleistungen, wie sie bereits von Landfrauen in vielen Regionen Deutschlands betrieben werden, auch im Landkreis Göttingen aussichtsreich sein könnte. In den bestehenden Service-Zentralen haben sich überwiegend Frauen mit einem hauswirtschaftlichen Qualifizierungsprofil zusammen geschlossen und gemeinsam eine Existenz aufgebaut. Ihre hauswirtschaftlichen Dienstleistungsangebote werden in der Service-Zentrale gebündelt und gemeinsam vermarktet. Im Idealfall hätte die Gründung einer Service-Zentrale im Raum Göttingen 10 bis 15 Frauen aus der Region eine Einkommensquelle erschlossen.
 

Ermittlung der Nachfrage

Zur Ermittlung der potenziellen Nachfrage nach hauswirtschaftlichen und haushaltsnahen Dienstleistungen wurden im Sommer 2002 auf (Wochen-)märkten in Göttingen und Umgebung Befragungen von der ASG durchgeführt. 334 Verbraucher/-innen beantworteten einen standardisierten Fragebogen. Weiterhin wurde in telefonischen Interviews ermittelt, ob und welche Betriebe die Dienstleistungen einer Service-Zentrale möglicherweise in Anspruch nehmen würden. Festgestellt wurde, dass im Landkreis Göttingen Rahmenbedingungen bestehen, die ausreichende Chancen für eine Dienstleistungs-Zentrale bieten. Allerdings ist einzuschränken, dass die Service-Zentrale mit einer Reihe von gleichartigen Anbietern, die oftmals für niedrige Schwarzmarktpreise arbeiten, um den Markt konkurrieren würde.
 

Ermittlung der Angebotsseite

Parallel dazu wurden Frauen gesucht, die daran interessiert waren, sich im Rahmen einer Service-Zentrale zu vernetzen und eine gemeinsame Existenz aufzubauen. Über die Landfrauenvereine, die Landwirtschaftskammer, die Frauenbeauftragten, die LEADER+-Vernetzungsstelle sowie Ankündigungen in Gemeindeblättern und in der lokalen Presse wurde über das Vorhaben informiert. Nachdem sich etwa 30 Frauen, die sich für eine Mitarbeit interessierten, bei der ASG gemeldet hatten, fand im Februar 2003 eine erste eintägige Informationsveranstaltung statt. Weitere sechs halbtägige Treffen folgten, jeweils im Abstand von vier Wochen. In diesen wurden u. a. die Schritte zur Gründung einer Existenz, insbesondere einer Service-Zentrale besprochen, die Konzeptideen der einzelnen Frauen vorgestellt und diskutiert, der rechtliche Hintergrund geklärt und der Qualifizierungsbedarf der Frauen ermittelt. Zu einzelnen Treffen wurden Referentinnen aus den Bereichen der Existenzgründungs- und Unternehmensberatung eingeladen. Die Teilnehmerinnen besuchten darüber hinaus auch Orientierungs- und Existenzgründungsseminare.
 
Mit zunehmender Konkretisierung des Projekts nahm die Zahl der am Aufbau einer Service-Zentrale interessierten Frauen ab. Dies lag vor allem darin begründet, dass den meisten Frauen während des Informations- und Diskussionsprozesses deutlich wurde, welche Anstrengungen noch für die gemeinschaftliche Existenzgründung notwendig sein würden. Sie konnten sich den Schritt in die Selbstständigkeit überwiegend auf Grund persönlicher oder familiärer Umstände (z. B. kleine Kinder, Notwendigkeit, von dem erzielten Einkommen sofort leben zu müssen) zum gegebenen Zeitpunkt nicht vorstellen. Insbesondere die geforderte Flexibilität hinsichtlich des zeitlichen Einsatzes und in diesem Zusammenhang die fehlende kurzfristige Kinderbetreuung spielten eine große Rolle für den Ausstieg aus dem Vorhaben, das seit August 2003 auf Grund einer zu geringen Teilnehmerinnenzahl eingestellt wurde.
 

 
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