Agrarsoziale Gesellschaft e.V.

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Preisträger*innen 2021


Auf dieser Seite möchten wir Ihnen die Preisträger*innen und Jugend-Preisträger*innen des Tassilo Tröscher-Wettbewerbs 2021 vorstellen und Sie herzlich einladen, die Projekte durch eine Spende zu unterstützen.

Die Preisträgerinnen und Preisträger setzen auf beeindruckende Weise das um, was die Tassilo Tröscher-Stiftung mit ihrem Wettbewerb würdigen und unterstützen möchte. Sie tragen dazu bei, das Leben in ländlichen Regionen vielfältiger zu gestalten, wirtschaftliche Strukturen zu stärken und sie schaffen Angebote für Kulturinteressierte, für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf, für Jung und Alt, für (nicht nur Stadt-) Menschen, die mehr über das Landleben und die Landwirtschaft erfahren möchten.

Erstmals gab es 2021 mit dem Tassilo Tröscher-Jugendpreis eine eigenständige Kategorie für Projekte und Ideen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 25 Jahre.

Im Folgenden finden Sie neben einer kurzen Darstellung der Projekte auch kleine Interviews, in denen die Preisträgerinnen und Preisträger darüber berichten, was sie zu ihrem Engagement motiviert und wie ihnen das Preisgeld und Ihre Spenden bei der Weiterentwicklung ihrer Projekte helfen werden.


Tassilo Tröscher-Preisträger*innen

 Landkulturboten / Preisträger: Förderkreis Synagoge in Vöhl e.V.

 Internationaler-integrativer Bauerngarten / Preisträger: Kreisjugendring Hildburghausen e.V.

 Selbstorganisierte Gemüsebauausbildung / Preisträger: Die Gruppe „Maulwürfe“

 App aufs Land – eine Plattform für Landerlebnisse von privat zu privat / Preisträgerin: Julia Nissen

 Glücksmomente auf dem Meves-Hof – für Alt und Jung / Preisträgerin: Urte Meves


Tassilo Tröscher-Jugend-Preisträger*innen

 Walk of Future / Preisträger: Junge Entwicklung Fördern e.V.

 Digitaler Dorfkalender / Preisträger: Landjugend Glinstedt

 erzreporter / Preisträger: Medien ErZ Community


Landkulturboten

Preisträger: Förderkreis Synagoge in Vöhl e.V.

Seit 2018 machen sich pro Jahr sechs Schüler*innen im Alter von 16 bis 18 Jahren als „Land­kultur­boten“ im Rahmen eines bezahlten Ferienjobs für ihre Region stark. Sie bieten Führungen in der ehe­maligen Synagoge im nord­hessischen Vöhl (Landkreis Waldeck-Frankenberg) an und erläutern den Besucher*innen das frühere und jetzige Aussehen des Sakralraums, die Geschichte des Hauses und der jüdischen Gemeinde.

Initiiert wurde das Projekt „Land­kulturboten“ vom Förderkreis Synagoge in Vöhl e.V. Der Förderkreis betreibt seit Dezember 1999 die Synagoge als kulturelles Zentrum mit Konzerten, Aus­stellungen, Vorträgen, Film­vor­führungen, Gedenk- und Erinnerungs­veranstaltungen usw. Pro Jahr finden zwischen 60 und 100 Veran­staltungen statt. Der Verein hält außerdem Kontakt zu vielen Nachfahren Vöhler Juden.

Das Projekt basiert auf einer Idee, die aus Schweden stammt: Schüler*innen arbeiten während der Ferien in einer kulturellen Einrichtung ihrer Heimatgemeinde und werden so zu Botschaftern ihrer Region. Auch die Landkultur­bot*innen sind Botschafter*innen des Förder­kreises und der Region. Über die sozialen Medien werben sie unter Gleich­altrigen für den Besuch der Synagoge. Besucher*innen erfahren durch sie vom vielfältigen Veranstaltungs­angebot in der Synagoge. Und auch die Schüler*innen selbst sollen auf diese Weise erkennen, dass das Leben auf dem Land interessant und vielfältig ist – in der Hoffnung, dass dieses Wissen ihnen den Impuls gibt, im ländlichen Raum wohnen zu bleiben oder zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurück­zukommen.

Der Förderkreis schreibt die Kultur­boten­stellen im Frühjahr an den benach­barten Realschulen und Gymnasien aus. Während der Sommerferien arbeiten die Jugend­lichen dann jeweils zwei Wochen lang zu zweit in der Synagoge. Parallel dazu bearbeiten sie außerdem individuelle Projekte, recherchieren beispiels­weise die Schicksale einzelner jüdischer Familien aus Vöhl, entwerfen Informations­schilder, erstellen Beiträge für YouTube oder visualisieren die ehemalige Ausstattung des Gebetsraums der Synagoge als Augmented Reality-Tour.

Die Vorbereitung der Land­kultur­bot*innen, ihre fachliche und päda­gogische Betreuung während des Projekts, wird ehrenamtlich durch Vereins­mitglieder geleistet. Die Kommune ist offi­zieller Arbeit­geber und übernimmt die buch­halte­rischen Angelegen­heiten.

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Ansprechpartner für Fragen zum Projekt:
Karl-Heinz Stadtler
synagogevoehl@outlook.de

Spendenkonto:
Förderkreis „Synagoge in Vöhl“ e.V.,
IBAN: DE56 5235 0005 0007 0072 22
BIC: HELADEF1KOR
Kennwort: Spende Landkulturboten

Website:
www.synagoge-voehl.de

Social Media:
www.facebook.com/SynagogeVoehl
www.youtube.com/channel/UCFt0r22CDNMaSAEXf0XikUw

                  Außenansicht der Synagoge

Außenansicht der Synagoge
(Foto: Walter Schauderna)

Innenansicht der Synagoge

Innenansicht der Synagoge
(Foto: Daniel Baird)


Die Landkulturbot*innen 2020

Die Landkulturbot*innen 2020
(Foto: Walter Schauderna)


Internationaler-integrativer Bauerngarten

Preisträger: Kreisjugendring Hildburghausen e.V.

Frühsommer im Garten

Frühsommer im Garten
(Foto: Beate Seifert)

Innenansicht der Synagoge

Der Garten auf dem Grundstück des Kreisjugendrings Hildburghausen
(Foto: Beate Seifert)

                  Im internationalen-integrativen Bauerngarten auf dem Freigelände des Kreis­jugend­rings Hildburghausen e.V. treffen sich Kinder und Familien unter­schiedlicher kultureller und sozialer Herkunft. Ziel ist es, ein fried­liches Mit­einander der Kulturen und Glaubens­richtungen vorzuleben und zu praktizieren. Gemeinsam bewirt­schaften und pflegen die Kinder und Jugendlichen den 2017 angelegten Garten. Aus den dort angebauten Früchten, Gemüsen und Kräutern werden gemeinsam inter­nationale Speisen gekocht. Dabei lernen die Kinder viel über Gartenbau, die Verar­beitung des Ernteguts und über gesunde Ernährung. Ganz nebenbei wird durch den intensiven Kontakt mit deutsch­sprachigen Altersgenoss*innen die deutsche Sprache geübt und gefestigt. Weitere Themen, wie z. B. der eigene ökolo­gische Fuß­abdruck, haben ebenfalls einen hohen Stellenwert.

Auch für Kinder mit geistigen und körper­lichen Ein­schränkungen, die ebenfalls die Einrichtung des Kreis­jugendrings in Hildburghausen besuchen, bietet der Garten ein interes­santes Erlebnis­angebot.

In den letzten Jahren hat sich in den länd­lichen Räumen Süd­thüringens verstärkt eine „rechte Szene“ etabliert. Der Kreis­jugend­ring bemüht sich deswegen darum, mit seinem Projekt die Band­breite der Freizeit­angebote im Landkreis zu erweitern und ein Gegen­angebot für alle erreich­baren Kinder und Jugendlichen zu schaffen, in dem sie ein friedliches Miteinander unter­schiedlicher Kulturen erleben können.

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Ansprechpartner für Fragen zum Projekt:
Mathias Blatt
Geschäftsführer Kreisjugendring Hildburghausen e.V.
info@kreisjugendring-hbn.de

Spendenkonto:
IBAN: DE51 8405 4040 1110 1034 99
BIC: HELADEF1HIL
Kennwort: ASG-Spendenaufruf



Kinder bei der Ernte

Kinder bei der Ernte
(Foto: Beate Seifert)


Selbstorganisierte Gemüsebauausbildung

Preisträger: Die Gruppe „Maulwürfe“

Akteur*innen aus dem Bereich der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) haben sich zusammen­geschlossen, um sich in einem kollektiven Lernprozess theoretisch wie auch praktisch im ökologischen Gemüsebau aus-und weiter­zubilden. Sie schließen damit eine aus ihrer Sicht bestehende Lücke in den Ausbildungs­möglichkeiten im gemüse­baulichen Bereich. Bio-Gemüse­bau­betrieben haben einen hohen Bedarf an fachkundigen Praktiker*innen – dies gilt insbesondere für die stetig wachsende Bewegung der Solidarischen Landwirtschaft. Die staatliche Ausbildung vermittelt jedoch nur konven­tionellen Anbau und berücksichtigt auch nicht die besonderen Heraus­forderungen, denen sich Solawi-Betriebe gegenübersehen, wie z. B. besondere Betriebs-und Organisations­strukturen oder die höheren Anforderungen an die Gestaltung der Konsumenten-Produzenten-Beziehung in Solidarischen Land­wirt­schaften. Außerdem möchten sich die „Maulwürfe“ neben dem Erwerb von Fach­kenntnissen im ökologischen Gemüsebau und Solawi-spezifische Kenntnisse und Kompetenzen in der Anbauplanung, Betriebs­führung und Team­zusammen­arbeit auch mit gesellschafts­politischen Fragen rund um Ernährungs­souveränität und mit alter­nativen Wirtschafts-, Produktions- und Lebens­modellen in der Landwirtschaft beschäftigen.

Bei einem ersten Vernetzungs­treffen im nord­hessischen Witzenhausen wurden im Sommer 2019 die ersten beiden Ausbildungs­gruppen gebildet: die „Maulwürfe“ und die Gruppe Nord. Im November 2019 wurden Inhalte und Umfang der Ausbildung festgelegt: Während der zwei­einhalb­jährigen Aus­bildungs­zeit sollen pro Jahr fünf einwöchige Seminare zu selbst­gewählten Themen stattfinden. Diese werden von Klein­gruppen organisiert und solidarisch von den Mitgliedern der Ausbildungs­gruppe finanziert. Das entwickelte Curriculum soll in Kombination mit einer ausreichenden Berufs­praxis nach externer Prüfung potenziell auch einen staat­lichen Abschluss als Gemüse­gärtner*in ermöglichen. In der Zeit zwischen den Seminaren dienen monatliche Online­plena sowie regionale Klein­gruppen dazu, die gelernten Inhalte zu vertiefen und den Austausch lebendig zu halten.

Inzwischen haben sich mehrere weitere Ausbildungs­gruppen gegründet. Durch den Austausch zwischen den Gruppen und den Kontakt zu Expert*innen und Solawi-Höfen ist ein Netzwerk zur Weitergabe von Wissen und Erfahrungen entstanden.

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Ansprechpartnerin für Fragen zum Projekt:
Elsa Jeanjean
elsa.jeanjean@laposte.net

Spendenkonto:
Solidarische Landwirtschaft e.V.
IBAN: DE07 4306 0967 4052 5311 00
BIC: GENODEM 1 GLS
Verwendungszweck: Spende für die Ausbildungsgruppen

                  Beobachtung einer Kompostmiete – mit allen Sinnen!

Beobachtung einer Kompostmiete – mit allen Sinnen!
(Foto: „Maulwürfe“)

Hofführung bei einem Demeterbetrieb – Winteranbau unter Glas

Hofführung bei einem Demeterbetrieb – Winteranbau unter Glas
(Foto: „Maulwürfe“)

Website: www.solidarische-landwirtschaft.org/solawis-aufbauen/gemuesebau-ausbildung


Das sind wir, die „Maulwürfe“

Das sind wir, die „Maulwürfe“
(Foto: „Maulwürfe“)


App aufs Land – eine Plattform für Landerlebnisse von privat zu privat

Preisträgerin: Julia Nissen

Screenshot App aufs Land

                  Mit ihrer App aufs Land möchte Gründerin Julia Nissen aus dem nord­friesischen Bargum Menschen zusammen­bringen und Brücken bauen, vor allem zwischen Stadt und Land. Begonnen hatte alles im September 2019, als sie, angeregt durch eine Frage ihres Sohnes, damit begann, über Instagram Trecker­mitfahrten zu vermitteln. Da das mit der Zeit zu aufwändig wurde und sich die Nach­fragen auch nicht mehr nur auf Trecker­mitfahrten beschränkten, begann Julia Nissen, das Konzept auf den gesamten ländlichen Raum bezogen zu denken. Daraus ergaben sich für die zu entwickelnde App die Themen­bereiche Land­wirt­schaft, Küche, Garten, Jagd, Handwerk, Nach­haltigkeit und Sprache (Plattdeutsch, Friesisch). Corona-bedingt kam als weitere Kategorie noch „Online“ hinzu, was sich schnell als richtige Entscheidung herausstellte.

Über die App, die seit März 2021 im AppStore herunter­geladen werden kann, können Privat­personen deutschland­weit Land­erlebnisse anbieten und buchen, wie z. B. einen Gang mit einem Jäger durch den Wald, einen Morgen im Stall, einen Rouladen-Kochkurs, Mitarbeiten bei der Weinlese oder einen Platt­deutsch­kurs. Viele Angebote wie Stall­rundgänge, Kochabende und sogar Trecker­mitfahrten lassen sich auch online umsetzen. Zielgruppe auf Anbieter­seite sind u. a. Landwirt*innen, Winzer*innen, Handwerker*innen, Platt­deutsch­schnacker*innen und LandFrauen. Auf der „Kunden“-Seite richtet sich der Fokus auf jungen Familien sowie auf Menschen, denen ein bewusster Konsum wichtig ist und die bereit sind, sich durch Gespräch und Erleben Hintergrund­wissen anzueignen.

Auf diese Weise ermöglicht die App Einblicke in das Leben und Arbeiten auf dem Land und bietet Interes­sierten die Gelegenheit, mit den Menschen in den Dörfern und auf den Höfen ins Gespräch zu kommen. So kann ein realis­tischeres Bild vom ländlichen Raum entstehen und im persön­lichen Gespräch eine Kommuni­kation auf Augenhöhe möglich werden. Zugleich machen die Angebote auch deutlich, was das Land an Erlebens­wertem zu bieten hat.

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Ansprechpartnerin für Fragen zum Projekt:
Julia Nissen
Gründerin und Geschäftsführerin
julia@appaufsland.de

Spendenkonto:
App aufs Land UG
IBAN: DE10 2175 0000 0165 8519 99
BIC: NOLADE21NOS
Kennwort: ASG-Spendenaufruf

Website:
appaufsland.de


Glücksmomente auf dem Meves-Hof – für Alt und Jung

Preisträgerin: Urte Meves

Das bauernhof­pädagogische Angebot des Meves-Hofes in Eddelak im Landkreis Dithmarschen richtet sich an Kinder, Menschen mit besonderem Betreuungs­bedarf und Senior*innen. Gleich­zeitig ist er einer von wenigen Bauern­höfen in Schleswig-Holstein für Menschen mit Demenz.

Als Urte Meves 2004 den Hof übernahm, wandelte sie den ehemaligen Milchvieh-Ackerbau-Gemischt­betrieb in einen Nebenerwerbs­betrieb mit Mutterkuh­haltung um und arbeitet zunächst weiter als hauswirt­schaftliche Betriebs­leiterin in einer Einrichtung für psychisch kranke Menschen. 2013 gab ein Lehrgang für Bauernhof­pädagogik den Anstoß, ihren Kindheits­traum wahrzumachen und aus ihrem Hof einen Ort voller Glücks­momente für Alt und Jung werden zu lassen. Seitdem wurden Stück für Stück Besuchs­angebote für Kinder, Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie Senior*innen auf dem Hof entwickelt. Seit 2018 besteht eine Kooperation mit der Alzheimer­gesellschaft Dithmarschen und dem Kompetenz­zentrum Demenz in Schleswig-Holstein.

Zu den Erlebnis­angeboten auf dem barrierefrei umgebauten Hof gehören u. a. die „Vier-Jahreszeiten-Scheune“ im Stil der 60er/70er Jahre als Treffpunkt für die Besuchergruppen auf dem Hof, ein „Garten der Sinne“ mit Barfußpfad, Wichtel-Baum, Schaukel, Weiden­tunnel und Insekten­hotel sowie ein „Klüterschuppen“ als Ort zum Basteln und Handwerken für Kinder und Senior*innen. Kühe, Pferde, Katzen, Kaninchen und weitere Tiere bevölkern den Hof und wecken bei den Senior*innen Erinnerungen an das Leben auf einem Bauernhof, wie es in ihrer Jugendzeit war. Gleichzeitig aktivieren sie Körper und Sinne, steigern das Wohlbefinden – und bringen die jungen und alten Besucher*innen zum Lachen. Die Besuche bedeuten zugleich eine Auszeit und Entlastung für pflegende Angehörige, die z. T. von den Pflege­kassen finanziert wird.

Urte Meves' großes Ziel ist es, den Hof zu einem Ort für Generationen­begegnungen zu machen. So soll aus den bereits bestehenden Kinder-Jahreskursen als nächstes ein Bauernhof-Kindergarten entstehen. Die Begegnungen zwischen den Kinder­garten­kindern und den Senioren­gruppen sind fest in das Kindergarten­programm integriert, sodass Alt und Jung regelmäßig gemeinsam Zeit auf dem Hof verbringen können. Langfristig ist auch die Gründung einer Senioren-WG (im Sinne einer aktivierenden Senioren­pflege) auf dem Hof geplant.

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Ansprechpartnerin für Fragen zum Projekt:
Urte Meves
info@meves-hof.de

Spendenkonto:
Glücksmomente auf dem Meves-Hof e.V.
IBAN: DE56 2189 0022 0005 2363 63
Dithmarscher Volks-und Raiffeisenbank
Kennwort: ASG-Spendenaufruf

Social Media:
www.facebook.com/MevesHof

                  Garten der Sinne

Garten der Sinne
(Foto: Sabine Scheel)

Die Tiere des Hofes sorgen für gute Laune

Die Tiere des Hofes sorgen für gute Laune
(Foto: Silke Kock)

Weihnachtsfeier in der Vier-Jahreszeiten-Scheune

Weihnachtsfeier in der Vier-Jahreszeiten-Scheune
(Foto: Sabine Scheel)


Walk of Future

Preisträger: Junge Entwicklung Fördern e.V.

Beispiel Schild

(Foto: Lena Reschke)

Beispiel Schild

(Foto: Florian Achterholt)


                  „Welcher Weg führt unser Dorf in die Zukunft?“ Diese Frage stellten sich sechs Jugendliche aus dem mittel­hessischen Cölbe im Alter zwischen 16 und 19 Jahren im Rahmen des Projektes „Walk of Future“ des Vereins „Junge Entwicklung fördern“ (JEF). Vor der anstehenden Kommunal­wahl im März 2021 sollten außerdem möglichst viele Jugendliche die Gelegenheit bekommen, ihre Vision von der Zukunft Cölbes darzustellen.

Insgesamt formulierte die Gruppe 15 Fragen zur Zukunfts­gestaltung und mit einer besonders hohen Relevanz für junge Menschen. Um trotz Corona-bedingter Kontakt­beschränkungen möglichst viele Menschen zu erreichen, schrieben sie ihre Fragen auf selbst gesägte, verschraubte und bemalte Schilder, die im Dezember 2020 in allen sechs Ortteilen der Gemeinde aufgestellt wurden. Dieses bewegungs­reiche Format an der frischen Luft wurde dabei ganz bewusst als Alternative zu den sonst haupt­sächlich digitalen Angeboten während der Pandemie gewählt.

„Wie stellst du dir das Zusammen­leben in der Gemeinde in Zukunft vor?“, „Von wo willst du zukünftig dein Obst und Gemüse beziehen?“, „Wie willst du in Zukunft arbeiten?“, „Wie willst du in 30 Jahren nach Marburg und in die Stadtteile kommen?“ waren z. B. einige der „Walk-of-Future“-Fragen, die hauptsächlich die Themen­gebiete Demokratie, Ökonomie, Konsum, Mobilität, Ernährung und Nach­haltig­keit umfassten. Zwar richtete sich die Aktion insbesondere an die junge Bevölkerung Cölbes im Alter zwischen 12 und 20 Jahren, da die Tafeln jedoch im öffent­lichen Raum an viel frequen­tierten Orten aufgestellt wurden, konnten sich alle Einwohner*innen an der Diskussion beteiligen. Durch Rotation der Schilder sollten sie außerdem die Chance bekommen, zu möglichst vielen Fragen Stellung zu nehmen. Ihre Anmerkungen konnten sie direkt auf die Tafeln schreiben und so in einen schrift­lichen Dialog treten. Die Antworten der Cölber*innen wurden regelmäßig eingesammelt, immer wieder wurden die Tafeln überstrichen, um Platz für neue Einträge zu schaffen. Nach drei Wochen wurden die Schilder endgültig abgebaut und die Antworten von den Jugendlichen ausgewertet.

Die Aktion stieß auf unerwartet großes Interesse, sowohl bei der jungen Bevölkerung von Cölbe, als auch bei der Politik, sodass im Februar 2021 zwei Jugendliche aus der Gruppe in einem vom Cölber Radio ausgestrahlten Podcast die Ergebnisse des „Walk of Future“ mit dem Bürgermeister der Gemeinde diskutieren konnten.

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Ansprechpartnerin für Fragen zum Projekt:
Lena Reschke
lena@jef-verein.de

Spendenkonto:
Junge Entwicklung Fördern e.V.
IBAN: DE73 5335 0000 0037 0063 86
BIC: HELADEF1MAR
Kennwort: ASG-Spendenaufruf

Website:
jef-verein.de

Social Media:
www.instagram.com/jef_coelbe

Der Podcast ist auf Spotify abrufbar:
open.spotify.com/episode/1vZqvyijVQq1Tkdlg2KMCC?si=woAsc

Beim Beschriften der Tafeln

Beim Beschriften der Tafeln
(Foto: Lena Reschke)


Digitaler Dorfkalender

Preisträger: Landjugend Glinstedt

Die Landjugend im nieder­sächsischen Glinstedt (Landkreis Rotenburg/ Wümme) möchte mit ihren Aktivi­täten das Dorfleben für alle Alters­gruppen attraktiv gestalten. Corona stellte die Land­jugend­lichen jedoch vor völlig neue Heraus­forderungen, um den Kontakt zu den übrigen Dorf­bewohner*innen nicht abreißen zu lassen und ihrem Anspruch weiterhin gerecht werden zu können. Und so entstand während des ersten Corona-Lockdowns im April 2020 der digitale Dorf­kalender. Viele der folgenden Aktionen fanden als hybride Veranstaltung (Aktion in Corona-konformer Gruppengröße mit anschließender Videokonferenz) statt und wurden über einen Dorfzettel bekannt­gemacht. Für die Video­anrufe erstellten die Land­jugend­lichen detaillierte Anleitungen und verschickten sie an die Teil­nehmenden, um die Eintritts­barriere zu verringern – als Direkthilfe bei technischen Schwierig­keiten gab es eine eigene „Störungs­hotline“. Den Auftakt machte im April 2020 ein Einkaufs­angebot für Dorfbewohner*innen über 60 Jahre. Es folgte ein Buch­staben­rätsel, dessen Buchstaben in verschiedenen Fenstern des Ortes platziert wurden. Die Dorf­bewohner*innen hatten zwei Wochen Zeit, die Buchstaben zu sammeln und das daraus resul­tierende Lösungs­wort zu finden. Zu Pfingsten 2020 wurde das Aufstellen der Pfingst­bäume gefilmt und so für alle digital zugänglich gemacht. Im August wurden die Locke­rungen genutzt, um eine Orien­tierungs­fahrt zu organisieren: Anhand einer Weg­beschreibung mussten die Teil­nehmenden eine bestimmte Route abfahren und zwischen­durch verschiedene Aufgaben lösen. An Erntedank rief die Land­jugend die Dorfbewohner*innen dazu auf, ihre Gärten zu schmücken, um ein wenig Ernte­fest­feeling ins Dorf zu bringen. Außerdem stellte sie in Form eines Videos Eindrücke des traditio­nellen Fest­programms zusammen. 2021 startete mit einem digitalen Quizabend. Auch für die obliga­torische Kohltour fand sich eine Corona-konforme Alternative. Die Teil­nehmenden konnten unabhängig voneinander die Strecke ablaufen und dabei das eine oder andere Spiel bewältigen. Der Kohlball fand dann in digitaler Form in 36 Wohn­zimmern statt. Und auch für die übrigen Dorffeste und -events 2021 wurden teils digitale, teils analoge Lösungen gefunden, die halfen, das traditio­nelle Dorfleben so weit wie möglich aufrecht­zuerhalten.

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Ansprechpartnerin für Fragen zum Projekt:
Alea Kück
alea.kueck@web.de

Spendenkonto:
Landjugend Glinstedt
IBAN: DE78 2416 1594 5220 3166 00
Kennwort: ASG-Spendenaufruf

Social Media:
www.facebook.com/Landjugend-Glinstedt-631298280231714

                  Geschmückte Grundstücke statt Erntefest

Geschmückte Grundstücke statt Erntefest
(Foto: Landjugend Glinstedt)



(Foto: Landjugend Glinstedt)

Digitaler Abschluss der Kohltour

Digitaler Abschluss der Kohltour
(Foto: Landjugend Glinstedt)


erzreporter

Preisträger: Medien ErZ Community

Beispiel Schild

(Foto: Medien ErZ Community)

Beispiel Schild

Die eigene Modekollektion macht ihre Träger*innen zu Botschafter*innen für die Region
(Foto: Medien ErZ Community)

                  Die „erzreporter“ berichten seit November 2016 in ihrem Medienblog über ihre Heimat­region, das Erzgebirge, und verstehen sich als Botschafter*innen ihrer Region.

Im Fokus stehen dabei Menschen und Ereignisse in der Region sowie Wissens­wertes über die Region. Gleich­zeitig werben die Blogger*innen in ihrer Alters­gruppe dafür, dass es sich lohnt, in der Region zu bleiben und sich für die Region zu engagieren. Seit Beginn hat das Team online und offline regel­mäßig Spenden­aktionen für soziale und regionale Projekte organisiert und unterstützt, insbesondere für Menschen mit gesund­heit­lichen Ein­schränkungen oder Menschen, die von Obdach­losigkeit betroffen sind. So wurden beispiels­weise von Sponsoren einge­worbene Sach­spenden verkauft oder versteigert oder mit Hilfe eines eigenen Weihnachts­markt­standes Spenden gesammelt.

Diese Tradition setzen die „erzreporter“ nun mit einer eigenen, im August 2021 heraus­gebrachten Mode­kollektion fort. Die Kleidung wird in der Region produziert und Teile des Verkaufs­erlöses kommen eben­falls einem aktuellen Spenden­projekt zugute. Parallel dazu wurde mit dem digitalen Branchen­buch ein weiteres Projekt für die Region gestartet, das helfen soll, die Sicht­barkeit regionaler Wirtschafts­unternehmen zu erhöhen.

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Ansprechpartnerinnen für Fragen zum Projekt::
Projekt „erzreporter“: Michelle Seifert, info@erzreporter.de
Spendenprojekt Ewen: Stefanie Wittig, steff24_w@ahoo.de
Spendenprojekt Nora: Mandy Vanis, delfin-fuer-nora@gmx.de

Spendenkonto:
Spenden bitte direkt an die Projekte – am besten per Mail nach den Daten für das Konto fragen.

Website:
www.erzreporter.de

Social Media:
Instagram: @erzreporter
Facebook: @Medien ErZ Community

Spendenaktion auf dem Weihnachtsmarkt

Spendenaktion auf dem Weihnachtsmarkt
(Foto: Medien ErZ Community)
 


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